[…] „Mich ergreift eine Art Schwindel, wenn ich abends in die beleuchteten Fenster der Häuser in dieser Millionenstadt Paris blicke und mir überlege, wie viel Leben sich dahinter abspielt“, beschreibt Cadène seine Inspirationsquelle. In seinen Protagonisten können sich die Leser leicht wiederfinden, gerade auch durch ihre Widersprüche und Unzulänglichkeiten. [...]

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[…] „Zwischenmenschliche Dramen, zerbrechende Freundschaften, empfindliche Familienkonstrukte - nichts fehlt dem Soap-Afficionado hier. Das ist natürlich auch als augenzwinkernde Hommage an das Genre zu verstehen, folgt aber dennoch relativ stringent den Regeln des Formats.

Aber "Sechs aus 49" ist durchaus nicht nur leichte amüsante Unterhaltung. Die Reihe bietet auch einen Querschnitt durch die französische Comicszene, von etablierten Künstlern bis zum hoffnungsvollen Nachwuchs tummelt sich in diesem Gemeinschaftsprojekt alles. ” [...]

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[…] „Autor Thomas Cadène besitzt die Fähigkeit, verschiedenste Fernsehgenres im Comic zu vereinen: "Sechs aus 49" bedient sich sowohl bei Seifenopern derbster Art als auch bei ausgeklügelten Charakter- und Milieustudien à la HBO. Hemdsärmelige Smalltalks und emotionsgeladene Schimpftiraden erweisen sich als aufschlussreiche Indikatoren für das heutige Leben in der französischen Hauptstadt. Zwischen den Zeilen kann sich der Leser ein Bild von den Auswirkungen stetig steigender Mietpreise auf die Pariser Lebensrealität, vom komplizierten Verhältnis eines schwindenden Mittelstands zum Geld, oder von der Sarkozy geschuldeten Verschiebung aller politischen Fronten nach rechts machen.” [...]

Kompletter Artikel bei taz.net

„Flüchtig und international – so lebt und liebt die französische Jugend in den Comics „Sechs aus 49“. Anhand einer simplen Geschichte beschwören die Zeichner und Texter große Gefühle und den modernen Zeitgeist herauf.” [...]

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[…] „Der eigentliche Clou von „6 aus 49“ besteht jedoch darin, das gewaltige Erzählpensum der Story auf die Schultern von mehr als 70 Zeichnern zu verteilen, darunter bekannte – zum Beispiel Bastien Vivès („Der Geschmack von Chlor“) oder Boulet (Donjon) – größtenteils aber unbekannte Künstler, die zum Teil noch am Anfang ihrer Karriere stehen und die es zu entdecken lohnt. Die grafische Vielfalt reicht von realistischen, monochromen Darstellungen (Philippe Scoffoni) über bunte, an Kinderzeichungen erinnernde Stile (Vincent Sorel) bis hin zu Ligne claire (Alexandre Franc) oder Zeichnungen á la Charles Burns (Tanxxx).” [...]

Kompletter Artikel bei tagespiegel.de

[…] „Doch "Sechs aus 49" ist nicht einfach nur eine höchst amüsante und geistreich erzählte Graphic Novel. Zwei Dinge machen sie einzigartig. Zum einen ist die Handlung als Fortsetzungsroman konzipiert. 
Vergleichbar mit einer Fernsehserie erschienen erst in Frankreich und kürzlich auch in Deutschland, hier auf der Webseite der "FAZ", täglich neue Episoden. Damit knüpft das Projekt indirekt an die Ursprünge der modernen Comic-Kultur an, als Ende des 19. Jahrhunderts erstmals Bildgeschichten in amerikanischen Tageszeitungen auftauchten.” [...]

Komplette Rezension

[…] „So schön, wie die Franzosen den Comic von Thomas Cadène bezeichnet haben, können wir es im Deutschen nicht: Als bédénovela ist die Serie „Les autres gens“ dort bezeichnet worden, eine wunderbare Wortneuschöpfung analog zum populären Genre der „Telenovela“, nur eben bezogen auf Comics, die auf Französisch mit BD abgekürzt werden, nach „bandes dessinées“. Damit ist das zentrale Vorbild für Cadènes Erzählprinzip benannt: jene täglich im Fernsehen ausgestrahlten Fortsetzungsserien, die bewusst auf große Gefühle und kleine Handlungsfortschritte setzen, damit die Zuschauer die Entwicklung der Dinge richtig genießen können.” [...]

Kompletter Artikel bei FAZ.net